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„Klimawandel und Klimaschutz“

Unsere Vortragsreihe „Klimawandel und Klimaschutz“ geht in die zweite Runde. Am 16. Oktober starten wir mit dem Vortrag Stromerzeugung und Elektromobilität – Perspektiven für eine CO2 neutrale Welt? von Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer, Hochschule Osnabrück.

Die Vorträge finden von 19:00 bis 21:00 statt im Gebäude 01, Hörsaal E01.

Hörsaal Hörsaal der Vortragsreihe "Klimawandel und Klimaschutz" Aussenansicht
Hörsaal der Vortragsreihe „Klimawandel und Klimaschutz“

Wie bereits im Sommer werden die Vorträge allgemeinverständlich sein und es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Wer sich dennoch über vergangene Themen informieren möchte, kann die Aufzeichnungen der Vorträge auf der Seite der Vortragsreihe abrufen. Dort werden wir im Laufe des Winters auch die Vorträge der 2. Runde einstellen, bei denen den Vortragenden dem zugestimmt haben.

Wir freuen uns auf spannende und informative Vorträge und auf rege Diskussionen mit Euch/Ihnen!

UN-Klimaverhandlungen in Osnabrück

Im Rahmen der Klimawoche haben wir einen Workshop veranstaltet, auf dem die UN-Klimaverhandlungen in Osnabrück in einem Rollenspiel erfahren wurden. Schon beim Betreten des Raums gab es Verwirrungen: Sollten hier nicht die UN Klimaverhandlungen simuliert werden? Warum gibt es dann so wenig Tische und Stühle? Und warum stehen nicht auf allen Tischen gleich viele Kekse und Getränke? Und wozu gibt es hinten so viel Platz auf dem Boden? 

Teilnehmende während des Workshops zu Simulation der UN-Klimaverhandlungen
Workshop zur Simulation der UN-Klimaverhandlungen am 24. September 2019

Im ersten Teil der Simulation wurden die Anwesenden über die verschiedenen Folgen (Erhöhung des Meeresspiegels, ansteigende Häufigkeit von Wetterextremen, Artensterben etc.) des Klimawandels aufgeklärt. Was geschieht bei einer Erhöhung der Durchschnittstemperatur von 1,5°C, was bei einer Erhöhung von 2 bis 3°C oder gar bei 4°C? Nachdem nun alle auf den aktuellsten Forschungsstand gebracht wurden, begannen die Klimaverhandlungen. 

Die Rahmenbedingungen

Doch mussten zuerst die Rahmenbedingungen festgelegt werden. Die Teilnehmenden wurden in sechs Gruppen eingeteilt: USA, Indien, China, EU, andere Industriestaaten und Entwicklungsländer. Dabei mussten sich die Länder an die Tische setzen, die ihren vorhandenen Reichtum widerspiegeln. Die USA und EU als reiche und wirtschaftsstarke Länder setzten sich an die Tische mit den meisten Keksen, während die Entwicklungsländer abgeschlagen auf dem Boden Platz nehmen mussten. Je nach Anteil an der Weltbevölkerung gab es mehr oder weniger Vertreter*innen der Ländergruppen. Hier blieben USA, EU und China auf eine Person beschränkt, während die Entwicklungsländer gleich mehrere Vertreter*innen besaßen. Nun wurden eigene Klimaziele bis 2100, nach tatsächlichen Prioritäten und Ansichten der Länder(gruppen) entwickelt. Das Ergebnis: Der Klimasimulator gibt an, dass sich mit den ausgehandelten Zielen bis 2100 eine Erhöhung der weltweiten Durchschnittstemperatur um 2,5°C ergeben würde. Das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommen von einem Anstieg auf 1,5°C ist damit weit verfehlt. 

Die Verhandlungen beginnen

Wie bei den echten UN Klimaverhandlungen begann nun das Verhandeln der Staaten untereinander. Hier wurden Kompromisse geschlossen, ambitionierte Ziele vertieft oder versucht, die eigene Verantwortung (je nach Positionspapier) an die anderen abzugeben. Das endgültige Ergebnis dieser Verhandlungen reduzierte die bisherigen 2,5°C  auf 2,2°C. Das Ziel von Paris wurde weit verfehlt. Fazit der Teilnehmer*innen: Es ist erstaunlich, wie schnell sich in die Rolle eines Staates oder Staatengruppen begeben wird. Obwohl nur eine Rolle gespielt wird, fühlt man sich schnell angegriffen, geht in die Defensive oder greift selbst andere an. Nach den Verhandlungen glaubten alle Teilnehmenden, mit ihrem Ergebnis einen Temperaturanstieg von unter 2°C erreicht zu haben. Weit verfehlt. Klimaverhandlungen sind trotz des Wissens um die Folgen und die Notwendigkeit des Handelns schwer. Und das selbst im Rahmen einer Simulation.

Quelle für die Simulation und den Klimawandelsimulator C-ROADS: https://www.bne-bw.de/schule/projekte/world-climate.html

Mehr Information zum Thema

Wer nicht auf dem Workshop war, aber mehr über die Ergebnisse der echten Klimaverhandlungen und die aktuellen wissenschaftlichen Grundlagen erfahren möchte, kann dies auf folgenden Vorträgen im Rahmen unserer Vortragsreihe „Klimawandel – Klimaschutz“ tun:

Zurück aus der Zukunft

Unser Workshop Zurück aus der Zukunft – Wie wir gelebt haben wollen – Minimalismus fand letzten Freitag im Rahmen der Klimawoche statt. Im ersten Teil des Workshops haben sich acht Osnabrücker*innen mit uns auf eine Zukunftsreise begeben, in der sie sich aus der Perspektive der vollendeten Zukunft (Futur2) vorgestellt haben, wie eine klimafreundliche Wende im Jahr 2040 bereits gelungen ist. Allen Entwürfen gemeinsam war, dass sich Menschen zusammenfanden und eine, teilweise radikale, neue Lebensweise in den Bereichen Mobilität, Wohnen, Energie, Ernährung, Bildung und Arbeit verwirklicht hatten – und dabei Widerstände auf der gesellschaftlichen und politischen Ebene überwanden.

Teilnehmende während des Workshops Zurück aus der Zukunft – Wie wir gelebt haben wollen
Teilnehmende während des Workshops Zurück aus der Zukunft – Wie wir gelebt haben wollen am 20. September 2019

Wie wir gelebt haben wollen

In Schulen wurde Nachhaltigkeit zum Unterrichtsfach und in den Schulgärten wuchsen Obst, Gemüse und Kräuter. Geldverdienen wurde überflüssig, weil jede*r ein Grundeinkommen hatte und selbst entschied, wo er/sie sich am sinnvollsten einbringen konnte. Bei der Ernährung stimmten alle darin überein, kaum bis gar kein Fleisch mehr zu konsumieren. Sie lebten autark mit Solar- oder Windenergie. Die Themen Mobilität und Wohnen waren oft miteinander verknüpft. Wohnen war angenehm geworden, da die Stadt autofrei geworden war und nur noch Busse und Straßenbahnen fuhren. Auch auf dem Land verzichteten die Bewohner auf Autos, da der Öffentliche Nahverkehr ausgebaut worden war. Für alle anderen kürzeren Strecken wurde das Fahrrad genommen. In Verbindung mit Wohnen waren sich alle einig, dass es keine großen, leerstehenden Häuser mehr gäbe oder 100m2 für eine Person, sondern eher 40mWohnfläche für jede.

Minimalismus

Im zweiten Teil des Workshops diskutierten wir, inwiefern der Minimalismus– nicht mehr als nötig zu verbrauchen – zu dieser Zukunftsvision beitragen kann: Leben in kleineren Wohnungen („Tiny Houses“), weniger Kleider (second hand) kaufen, alles in allem: Weniger besitzen und sein Geld und seine Zeit mit Freunden und der Familie zu verbringen und in Erlebnisse zu investieren. Nicht in Dinge. Muss es immer ein Geburtstagsgeschenk sein? Welche Alternativen gibt es? Wie schaffe ich es, weniger Müll zu produzieren?…

Doch auch die Schwierigkeiten mit dem Konzept des Minimalismus sind diskutiert worden. Hierbei ging es vor allem um die Frage der Selbstbeschränkung und inwieweit ich mich als Individuum dann noch frei entfalten kann. Was brauche ich wirklich? Was ist Luxus? 

Fazit

Am Ende waren sich die Teilnehmer*innen in drei Dingen einig: 1. Jede*r muss ihren/seinen Weg des Minimalismus und dessen Bedeutung für sich selbst finden. 2. Minimalistischer zu leben kann ein Schritt in die richtige Richtung zu mehr Klimaschutz sein. 3. Wir müssen unseren Lebensstil ändern und respektvoll mit unserer Erde umgehen.  

Das Konzept unseres Workshops war stark inspiriert von der Stiftung Futur2https://futurzwei.org/

Im Wintersemester gibt es dazu, was privat bzw. auf kommunaler Ebene getan kann, einige Vorträge im Rahmen der Vortragsreihe „Klimawandel-Klimaschutz“:

Wildblumenaussaat und Stadtbaumpatenschaft

Wildblumenaussaat und Stadtbaumpatenschaft: Als Scientists for Future Osnabrück haben wir am Samstag gemeinsam mit der Fridays for Future Regionalgruppe im Rahmen der Klimawoche Wildblumen ausgesät und sind Stadtbaumpaten geworden. Mit der Aktion wollen wir darauf hinweisen, dass nicht nur beim Klimaschutz sondern auch beim Schutz der Biodiversität dringender Handlungsbedarf besteht.

Scientists for Future Osnabrück sind Stadtbaumpaten und säen Wildblumen aus
Scientists for Future Osnabrück übernehmen Stadtbaumpatenschaft und säen im Rahmen der Klimawoche am 21. September 2019 Wildblumen aus.

Die hier gezeigte Schwarzerle beim Raiffeisenplatz an der Haase ist ein heimischer Baum und besonders gut an den Standort nah am Wasser angepasst. Grünflächen in den Osnabrücker „Grünen Fingern“, aber auch Stadtbäume, Dach- und Fassadenbegrünung tragen z. B. zur Frischluftproduktion, zur Filterung von Feinstaub und zur Bindung von CO2 bei. Ihre kühlende Wirkung verhindert im Sommer das extreme Aufheizen der Innenstädte. Gleichzeitig bieten Grünflächen Lebensraum für Pflanzen und Tiere und Erholungsgebiete für Menschen.

In Kooperation mit dem Osnabrücker Bienenbündnis wurden anschließend in einer Gemeinschaftsaktion Wildblumensamen der „Osnabrücker Mischung“ ausgesät. Diese Mischung ist speziell auf die Osnabrücker Tier- und Pflanzenwelt abgestimmt. Für den eigenen Garten oder Balkon ist diese Mischung erhältlich in der Touristeninformation und im Museum am Schölerberg.

Unsere Vortragsreihe bietet auch Vorträge zum Thema Biodiversität:

Im OS-Kurier erschien ein ausführlicher Bericht zu der Aktion.

Klimastreik in Osnabrück

Gemeinsam mit 8000 Menschen waren wir beim Klimastreik in Osnabrück am Freitag dabei. Zu uns als Scientists for Future gesellte sich überraschend auch der Präsident der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Lücke. Das Social-Media Team der Uni hat uns begleitet und eine Instastory verfasst, die Ihr Euch auf https://www.instagram.com/uniosnabrueck/ ansehen könnt.

Hier ein erster Eindruck von uns auf der Klima-Demo:

Scientists for Future Osnabrück mit Banner bei der Klimademo
Scientists for Future Osnabrück am 20. September 2019 auf der Klima-Demo

Doch die Klimawoche hat erst angefangen. Auch wir sind weiter mit dabei. Kommt am Dienstag zu unserem Workshop mit Rollenspiel zu den UN-Klimaverhandlungen. Ihr seid herzlich eingeladen!

Der Countdown läuft!

Die Uhr tickt, der Countdown läuft: Nur noch 3 Tage bis zum globalen Klimastreik.

Gemeinsam mit Fridays for Future Osnabrück werden wir demonstrieren, damit endlich politische Maßnahmen ergriffen werden, die die weltweite Erwärmung auf 1,5 °C begrenzen.

Hier die Erklärung von Scientists4Future als Video. Es wirken auch 5 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Osnabrück mit.

Scientists for Future – Aufruf an die Politik (feat. Greta Thunberg)

Wir treffen uns ab 13:15 auf dem Theatervorplatz – wer zu uns stoßen möchte, erkennt uns am Banner mit den „Warming-Stripes“.

S4F Osnabrück vor der Mensa Westerberg
S4F Osnabrück vor der Mensa Westerberg im Mai 2019

Seid dabei und kommt am Freitag zu unserem Workshop: Zurück aus der Zukunft – wie wir gelebt haben wollen.

Internationale Klimawoche – 20. bis 27. September 2019

Vom 20. bis 27. September 2019 findet die internationale Klimawoche statt, die die Fridays for Future ausgerufen haben. Diese Woche ist relevant, da am 20.9.2019 das deutsche Klimakabinett über ein Klimaschutzgesetz berät und am 23.9.2019 in New York City ein Sonderklimagipfel der Vereinten Nationen stattfindet. Während dieser Woche soll an so vielen Orten wie möglich mit Aktionen auf das Thema Klimawandel und Klimaschutz aufmerksam gemacht werden. Und auch in Osnabrück gestalten die Fridays For Future und die S4F Osnabrück in dieser Woche eine Reihe von Aktionen, Infoveranstaltungen und Workshops.

Die Woche beginnt mit einer internationalen Demonstration für mehr Klimaschutz am Freitag, den 20.9.2019, zu der die FFF aufgerufen haben. In Osnabrück werden die Schüler*innen voraussichtlich ab 10:30 Uhr auf dem Theatervorplatz in der Innenstadt einen Klimastreik durchführen. Es folgt eine Demonstration für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit, die um 13:30 Uhr am Theatervorplatz beginnt und gegen 15:00 Uhr mit der Übergabe der Forderungen der Fridays For Future Osnabrück an die Stadt Osnabrück und einer Abschlusskundgebung vor dem Rathaus endet.

Die Klimawoche endet mit dem World Strike Day am 27.9.2019. Die Bewegung „Earth Strike Day“ ruft an diesem Tag zu einem general strike to save the planet auf und greift damit nicht nur das Thema Klimawandel auf, sondern weist auch auf die anderen planetaren Grenzen hin, die wir Menschen derzeit überschreiten und deren Überschreitung es einzuhalten gilt. Auch für diesen Tag sind in Osnabrück Aktionen und eine Demonstration geplant. Informationen hierzu folgen in Kürze.

Vorschau des Flyers der S4F Osnabrück zur Aktionswoche im September 2019, erste Seite
Vorschau des Flyers der S4F Osnabrück zur Aktionswoche im September 2019, zweite Seite
Unser Flyer für die Aktionswoche im September 2019

Sommer 2019

S4F Osnabrück vor der Mensa Westerberg

Im Mai 2019 sind wir mit der Regionalgruppe Osnabrück der Bewegung Scientists for Future gestartet, die wiederum als Reaktion auf die Bewegung Fridays for Future aus einer Unterschriftenliste zu einer Stellungnahme vom März 2019 erwachsen ist. Mittlerweile sind wir ungefähr 80 Leute in Osnabrück und Umgebung, hauptsächlich Wissenschaftler und Studenten an der Universität und der Hochschule Osnabrück, von denen ein Teil (ca. 20) sich aktiv in den Arbeitsgruppen und ihren Aktivitäten einbringt.

Der breiteren Öffentlichkeit sind wir wohl durch unsere Vortragsreihe „Klimawandel & Klimaschutz“ bekannt geworden. Diese haben wir zusammen mit der Alexander von Humboldt-Professur für Umweltökonomie und in Kooperation mit der Universität Osnabrück durchgeführt. Fleißige Social Media-Unterstützung gab es von der Fridays for Future Ortsgruppe Osnabrück. Dankbar sind wir den zahlreichen Referenten, die uns mit ihren Beiträgen erfreut haben.

Die NOZ hatte einen kurzen Bericht über uns.

Auf dieser Website wollen wir nun mehr Informationen über unsere Anliegen und Tätigkeitsbereiche darlegen, zu weiteren Veranstaltungen einladen und natürlich auch um Mitstreiter werben.

In den sozialen Medien finden Sie uns zur Zeit auf Facebook, diese Homepage ist noch im Aufbau.

S4F Osnabrück vor der Mensa Westerberg
vor der Mensa Westerberg im Mai 2019